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Ein neues Musiktherapieverfahren als wirksame Behandlungsoption bei Depressionen

Hohe Steigerungsraten und Kosten bei psychischen Erkrankungen führen zu enorm hoher volkswirtschaftlicher Belastung in Deutschland und verursachen mehr als zehn Prozent aller Krankheitskosten im Land. Innerhalb eines Jahres erkrankt fast jeder dritte Deutsche an einer psychischen Störung. Depressionen können also jeden treffen. Beruflicher Erfolg, gesellschaftliche Anerkennung und ein gutes soziales Umfeld schützen oft nicht vor derartigen Leiden. Depressionen kosten die Volkswirtschaft 22 Milliarden Euro jährlich und werden als eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung gesehen. Die Behandlungskosten für einen depressiven Patienten betragen im Schnitt 4000 Euro pro Jahr.

Rund 121 Millionen Menschen weltweit, darunter vier Millionen Deutsche, leiden derzeit an dieser Erkrankung. Die Zahlen der Krankenhauseinweisungen haben sich von 2000 bis 2012 mehr als verdoppelt, ebenso die Menge der verordneten Antidepressiva. Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde liegt die Wahrscheinlichkeit, einmal im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen Depression zu erkranken, bei 16-20%.

Ein neues Musiktherapieverfahren als wirksame Behandlungsoption bei Depressionen

Ein neues Musiktherapieverfahren als wirksame Behandlungsoption bei Depressionen

Psychische Störungen gehen mit einer enormen Quote an Krankenständen und Fehlzeiten einher, rund 40 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage sind in Deutschland darauf zurückzuführen. Jeder fünfzehnte Arbeitsunfähigkeitstag lässt sich laut Techniker Krankenkasse auf Depressionen zurückführen. 35 bis 50 Tage pro Jahr fehlt ein depressiver Mensch im Durchschnitt an seinem Arbeitsplatz. Kosten in Höhe von rund 9 Milliarden Euro werden auch durch die mangelnde Produktivität jener Arbeitnehmer verursacht, die ihr Leiden unterdrücken und zur Arbeit gehen, obwohl sie nicht leistungsfähig sind. Der sogenannte Präsentismus stellt damit den größten volkswirtschaftlichen Schaden dar.

Bei den Frührentnern weisen vier von zehn Personen eine psychische Erkrankung auf, 2011 gaben 41% der Arbeitnehmer, die eine Erwerbsminderungsrente beantragten, Depressionen und andere psychische Beeinträchtigungen an. Mit Depressionen geht auch eine hohe Suizidgefährdung einher – jährlich sterben mehr Menschen durch Suizide als durch Autounfälle; 11000 Suizide in Deutschland werden als direkte Folge der Erkrankung gesehen. Jeder Suizid betrifft weiter etwa 6 nahestehende Menschen mit, die  professionelle Hilfe benötigen. Die jährlichen Kosten für Psychopharmaka belaufen sich auf etwa 2,5 Milliarden Euro.

Einen bedeutenden Faktor scheint das unangemessene Kosten-Nutzen-Verhältnis darzustellen, welches jüngst einigen gängigen Antidepressiva auf dem Markt vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) bescheinigt wurde. So seien die Ausgaben für einige gängige Wirkstoffe auf dem deutschen Markt im Vergleich zu anderen Antidepressiva höher – oftmals sogar mehr als doppelt so hoch – als ihr tatsächlicher medizinischer Nutzen.

Neben depressiven Erkrankungen ist das Burnout-Syndrom eine häufige psychische Folge arbeitsbezogener Stressbelastung. Burnout kennzeichnet einen beruflichen Verausgabungsprozess, an dessen Ende Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit und Distanzierung von ehemals positiv besetzten Zielen stehen. Wie bei anderen chronischen Erkrankungen erschwert mangelnde Therapietreue die Behandlung und die Prävention wiederkehrender Episoden. Häufig kommt es bei der Einnahme von Antidepressiva zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Erschöpfung, sexuellen Funktionsstörungen und Gewichtszunahme. Diese Nebenwirkungen können Patienten zum Abbruch der Antidepressiva-Therapie veranlassen, auch wenn diese die Symptome verringert.

Die Entwicklung und Anwendung nachhaltiger, leicht in den Alltag integrierbarer Maßnahmen zur Prävention und Behandlung der Folgen chronischer Stressbelastung sind sowohl gesundheitspolitisch als auch wirtschaftlich von großer Bedeutung und rücken zunehmend auch in den Fokus arbeitsmedizinischer Forschung. Musiktherapeutische Verfahren werden von vielen Menschen als attraktive niederschwellige und nebenwirkungsfreie Angebote geschätzt. Die Musikwirkungsforschung beschäftigt sich auf vielfältigen Ebenen mit den Reaktionen des Menschen auf musikalische Reize und verfolgt das Ziel, qualifizierte, therapeutische Anwendungen spezifischer Musik zu erarbeiten. Neuro-Imaging Studien wiesen nach, dass Wahrnehmung und Verarbeitung von Musik neben Hirnarealen, die für kognitive Prozesse verantwortlich sind, auch Bereiche aktivieren, die mit emotionalem Verhalten assoziiert sind. Das verwundert nicht, denn meistens reagiert der Mensch auf Musik zunächst mit einem Gefühl. Weitere Wirkmechanismen der Musik hängen mit Botenstoffen zusammen, die für Regulation von Stress und Emotion bedeutsam sind. Musik beeinflusst den Organismus über das limbische System, das die Emotionen steuert. Sie wirkt auf den Hormonhaushalt, erhöht den Dopaminspiegel, triggert das Beziehungshormon Oxytocin und bremst gleichzeitig das Stresshormon Cortisol, das auch das Herz belastet.

Die in mehrjähriger Arbeit im Rahmen des Forschungsprogramms MusikMedizin der Paracelsus Medizinischen Universität entwickelte SANOSON Audiotherapie nutzt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus Chronobiologie und Musikwirkungs-forschung über die therapeutischen Wirkungen von Musik.

Chronobiologie spielt bei depressiven Störungen eine große Rolle. Patienten, die unter Depressionen leiden, haben veränderte „Uhr-Gene“ (sog. „clock genes“), die die zeitlichen Abläufe der Körperprozesse steuern. In der Chronobiologie wird ein Organismus dann als gesund betrachtet, wenn im Zusammenwirken bestimmter innerer und äußerer Rhythmen der natürliche Wechsel zwischen Aktivierung und Deaktivierung (Sympathikus und Parasympathikus) anpassungsfähig funktioniert. Als ein Indikator für diese Fähigkeit zur Anpassung wird die Herzfrequenzvariabilität gesehen – sie verringert sich mit steigendem Schweregrad der Depression. Eine im Rahmen des Forschungsprogramms groß angelegte Studie im Wiener Hanusch-Krankenhaus mit über 200 depressiven Patienten ergab, dass die Herzfrequenzvariabilität (HRV) sich nach 4 Wochen Audiotherapie verdoppelt hatte (30minütige Musikprogramme über Kopfhörer, 1-2x täglich zu festgelegten Zeitpunkten). Der Körper hatte also den Impuls der Musik aufgenommen und selbstständig weitergeführt, sich mit den in der Musik enthaltenen Daten – den Schwingungen, Rhythmen, Mikrorhythmen der Melodien synchronisiert. So, wie es bei einer effektiven Regulationstherapie sein soll, versorgt das „Medikament Musik“ den Organismus mit Impulsen zur Selbstheilung. Die Steigerung der Herzfrequenzvariabilität durch Musik entspricht dem Wert, den ein gesunder Mensch in einem Lebensjahrzehnt verliert. Je höher die HRV, desto besser ist der Körper auch selbst in der Lage, z.B. den Blutdruck in Schach zu halten.

Vor Beginn der Audiotherapie ist eine chronobiologische Diagnostik des Patienten notwendig, um seinen Eigenrhythmus, seine zirkadianen Rhythmen, in die Behandlung mit einbeziehen und regulieren zu können. Jeder Mensch hat einen anderen Rhythmus und damit eine individuell optimale Hörzeit. Um die volle Wirkung der Audiotherapie zu erzielen, müssen für jeden einzelnen Patienten die körpereigenen und auch äußeren Rhythmen (z.B. Tagesstruktur) erfasst und – abgestimmt auf seinen Terminplan – die idealen Zeitfenster ermittelt werden, an denen er die für ihn individuell zusammengestellten Musikprogramme hört.

Die angenehme Musik wird mit definiertem Rhythmus und definierten Klangmustern auf jeden Patienten abgestimmt. Das speziell zugeschnittene Hörprogramm wird über 5 Wochen täglich gehört. Jedes Störungsbild erfordert speziell angepasste Musik – so muss Depression z.B. mit anderen Kompositionen behandelt werden als Schlafstörungen oder Bluthochdruck. Bestimmte musikalische Strukturen wirken auf bestimmte Art regulationsbiologisch und können so psycho-physiologische Schaltstellen gezielt beeinflussen. Bei den Musikprogrammen der Audiotherapie handelt es sich um völlig neue Kompositionen, die im Rahmen langjähriger Forschungsarbeit entwickelt wurden. Bekannte Musikstücke sind oft von Erinnerungen überlagert, können eine therapeutische Wirkung sogar aufheben und wirken physiologisch und psychologisch ganz anders. Es sind Stücke, die mit „echten“ Instrumenten eingespielt wurden – Klavier, Gitarre, Stimme, Harfe und zarte Blasinstrumente. Neben der Komposition und Instrumentierung wird mit psychoakustischen Verfeinerungen gearbeitet, um gezielt eine bestimmte Klangqualität zu erzeugen.

Die rezeptive Musiktherapie lässt sich mittels eines speziell entwickelten portablen Abspielgerätes gut in den Alltag integrieren und erzielt sehr gute und nachhaltige Effekte bei Behandlung, Rehabilitation und Stabilisierung von Menschen mit leichten bis mittelgradigen Depressionen. Sie findet außerdem Anwendung in der Behandlung von Schlafstörungen und Hypertonie. Darüber hinaus sind spezifische Programme auch für den betrieblichen Einsatz zur Gesundheitsvorsorge, Prävention oder Behandlung von Burnout und der Förderung von Stressresistenz und Motivation verfügbar. Aufgrund ihrer nebenwirkungsfreien Wirksamkeit eignet sich die Audiotherapie sowohl als Kombinationstherapie mit anderen Behandlungen als auch als Monotherapie für Personen mit Medikamenten-Unverträglichkeiten.

Depression, Chronischer Schmerz, Angststörung und Schlafprobleme mit SANOSON Musik Therapie wirksam und schnell behandeln – www.sanoson.at