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Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie

Es ist unbestritten und gültige Lehrmeinung, daß chronische Schmerzen ein bio-psycho-soziales Geschehen darstellen. Mit anderen Worten bedeutet das, daß chronische Schmerzen sich per definitionem, also immer, zusammensetzen aus körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren. Jeder, der sich in professioneller Weise mit dieser Thematik auseinandersetzt, wird bestätigen, daß sich das mit den Erfahrungen in der täglichen schmerztherapeutischen Praxis deckt. Ein Schmerztherapeut, der einen Schmerzpatienten zum ersten mal betreut, verschafft sich als erstes eine Arbeitshypothese darüber, in welcher Gewichtung diese drei Faktoren vertreten sind. In den weiteren Kontakten wird diese Hypothese validiert und möglicherweise korrigiert. Auf alle Fälle sollte sich diese diagnostische Gewichtung auch in der Therapie wiederfinden. Es macht keinen Sinn, bei festgestelltem psychogenen Schwerpunkt der Erkrankung darauf zu setzen, mit körperlichen Behandlungsstrategien Erfolge zu erzielen.

Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie

Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie

Wer die Realität kennt, der weiß auch, daß dieser geradezu selbstverständliche Gedankengang in sträflicher Weise mißachtet wird, was an verschiedenen Faktoren festzumachen ist. Die vorwiegend somatisch betonte Ausbildung der Schmerztherapeuten, die mangelnde Sensibilisierung für psychogene Zusammenhänge in der Ärzteschaft allgemein, die gegenüber der somatisch ausgerichteten Behandlung deutlich schlechter bezahlte “sprechende Medizin”, aber auch bislang fehlende psychologische Behandlungskonzepte für chronische Schmerzen sind als Gründe für diesen Mißstand anzuführen. Als 1996 von schmerztherapeutisch ausgerichteten Psychologen wieder mal das Statement bemüht wurde, man wolle den Patienten dort abholen, wo er steht, der muß nach nunmehr 17 Jahren erstaunt feststellen, daß der Schmerzpatient in Bezug auf seine psychotherapeutische Versorgung noch immer an gleicher Stelle steht: im Regen. Abgesehen von den wenigen schmerztherapeutisch spezialisierten Psychotherapeuten läuft die Behandlung auf eine “psychotherapy as usual” oder die undifferenzierte Verordnung von Entspannungsverfahren nach dem Gießkannenprinzip hinaus. Aber auch die „allgemeine“, nicht-störungsspezifische Psychotherapie ist nur schwer realisierbar, weil sich nur wenige Psychotherapeuten in der Lage sehen, Menschen mit dieser „anstrengenden“ Erkrankung zu therapieren, und wenn überhaupt, dann erst nach vielen Monaten Wartezeit. Für den Schmerztherapeuten, der zumeist in aller Regel keine fach-psychotherapeutische Ausbildung hat, gab es bisher keine wegweisende und v.a. keine leicht und kostengünstig realisierbare Handlungsoption.

Der Ausweg:

Das Konzept einer „Achtsamkeitsbasierten Schmerztherapie“ (ABST) bietet eine attraktive Lösung für den niedergelassenen Schmerztherapeuten. Sie stellt eine konsequente Fortsetzung des etwa 2 Jahrzehnte währenden Bemühens der modernen Psychotherapie dar (sog. 3. Welle der Verhaltenstherapie), störungsspezifische psychotherapeutische Verfahren auf der Grundlage von Achtsamkeit zu entwickeln.

ABST ist ein patentiertes manualisiertes psychologisch-schmerztherapeutisches Therapiekonzept, das dem Schmerztherapeuten ein Instrument an die Hand gibt, seinen Patienten Hilfestellung zu geben beim Prozeß der Loslösung aus Verwicklungen in schmerzbezogene Dysfunktionalitäten. Mit ABST soll dezidiert auf die spezifischen Fragestellungen und Probleme beim chronisch Schmerzkranken eingegangen werden, seine Selbstverantwortung gestärkt und dem vom Schmerz Betroffenen wieder zu mehr Selbstbestimmtheit verholfen werden.

Beschreibung des Verfahrens:

ABST eröffnet eine wirklich neue Perspektive für die psychotherapeutische Behandlung chronischer Schmerzen.

• ABST ist ein auf Konzentration (bewußter Wahrnehmungseinengung) und in Meditation (durch intentionsloses Üben) gewonnener Erfahrung basierender psychotherapeutischer Behandlungsansatz für chronische Schmerzpatienten.
• ABST hat Seminarcharakter, ist übungsorientiert, operationalisiert und manualisiert, pragmatisch orientiert und unkompliziert, leicht zu erklären und umzusetzen.
• ABST ist kein Entspannungsverfahren. Sie ist nomenklatorisch der sogenannten 3.Welle der Verhaltenstherapie zuzuordnen.
• Bei ABST geht es im Gegensatz zu den traditionellen psychotherapeutischen Verfahren nicht über den Weg des (deutenden) Verstehens oder des (gestaltenden) Veränderns psychischer Prozesse. In der Achtsamkeit geht es um einen veränderten Umgang mit diesen Prozessen und die Entwicklung einer Haltung.
• ABST überträgt die Verantwortung für den körperlich-psychischen Zustand wieder zurück auf den Patienten. Das läuft zuweilen den Beziehungswünschen des Patienten entgegen, erspart dabei aber sowohl Patienten wie auch Therapeuten einen Großteil der mit den Idealisierungen des Therapeuten verbundenen Problemen. Die Beziehung bleibt partnerschaftlich-kooperativ. Mit dem Behandlungsfortschritt wachsen auch die internalen Kontrollattributionen.
• ABST ist egalitär, d.h. sie sieht in Patienten und Therapeuten gleichermaßen Übende.
• Mit ABST liegt erstmals ein störungsspezifisches (auf Schmerzkranke bezogenes) psychotherapeutisches Behandlungskonzept vor.
• Die Methode ist im Einzel- und Gruppensetting anwendbar. Sogar Selbsthilfe ist möglich durch entsprechend aufbereitete Literatur.
• Mit Hilfe der Manualisierung ist Standardisierung, Qualitätssicherung, Handhabbarkeit und Minimierung der Vorbereitungszeit sichergestellt.
• Mit Hilfe einer Audio-CD oder wahlweise von Audiodateien auf der Website http://www.die-schmerzpraxis.de/index.php/buch-audio-video, lassen sich die vorgestellten Meditationen beliebig oft und in beliebiger Reihenfolge im Heimstudium üben.
• Für die Anwendung in schmerztherapeutischen Einrichtungen ist keine spezialisierte psychotherapeutische Ausbildung oder Qualifikation erforderlich.
• Verbesserte Handhabbarkeit des komplexen Themas Achtsamkeit durch Einteilung in 6 aufeinander folgende Schritte (6×75 min).
• Hilfe bei der Indikationsstellung und Festlegung der Meditationsschwerpunkte durch Einrichtung einer „Achtsamkeitsdiagnose“
• Die ABST setzt da an, wo beim chronischen Schmerzpatienten rein somatische und rein psychologische Konzepte versagen: an den Schnittstellen des bio-psycho-sozialen Gesamtgeschehens.
• Qualitätssicherung durch validierte psychometrische Tests vor und nach dem sechswöchigen Kurs.

Die Methode ist in dem Buch „Frei sein im Schmerz“ gut erklärt und und im letzten Kapitel findet man eine „Therapeutenecke“ mit Hinweisen, wie der Schmerztherapeut auch ohne spezielle psychotherapeutische Kenntnisse selbst einen ABST-Kurs gestalten kann. Eine weitere Informationsquelle bietet die Website www.abst-web.de, wo man unter den FAQs auch Abrechnungsbeispiele für diese Selbstzahler-Leistung findet.

Dr.med.Dipl.Biol. Peter Tamme
Die Schmerzpraxis
Heinrich-Böll-Str. 34
21335 Lüneburg
www.die-schmerzpraxis.de
www.wege-aus-der-depression.de
www.abst-web.de
www.mbpt-web.com