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Das Heilfasten

Fasten gilt schon seit Alters her als ideale Möglichkeit der Einkehr und innerlichen Reinigung. In allen großen Religionen hat das Fasten daher auch eine lange Tradition.

Gerade in der heutigen Zeit kommt dem Fasten ein hoher Stellenwert zu. Wir essen zu viel und oft das Falsche. Zudem sind wir einer Vielzahl von Umweltschadstoffen und stetig steigendem beruflichen oder privaten Stress ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, unseren Organen eine Auszeit zu verschaffen, uns zu reinigen und zu entschlacken und auch unserem Geist und unserer Seele Besinnung zu ermöglichen.

Neben dem Fasten für Gesunde als Präventionsmaßnahme kommt dem Heilfasten auch als Therapie ein hoher Stellenwert zu. Anzuraten ist Heilfasten vor allem bei rheumatischen Erkrankungen, Allergien, Durchblutungsstörungen, bei Erkrankungen der Verdauungsorgane oder der Haut, zur Verbesserung des Säure-Basenhaushalts oder auch bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne sowie zur Regeneration der Leber. Weiterhin gibt es viele Berichte von Frauen, bei denen eine Fastenkur bei unerfülltem Kinderwunsch zum Erfolg geführt hat, obwohl eine Schwangerschaft lange nicht möglich schien.

Krankheit durch Verschlackung

Die Stoffwechselvorgänge in unserem Organismus sind extrem komplexe chemische Abläufe. Dabei werden aus den Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratmolekülen in einem stufenartigen Prozess Verbindungen gebildet, die uns als Energielieferant für die Zellen oder als Bausteine für neue Zellen dienen. Ohne hierbei auf den komplizierten Citratzyklus einzugehen ist aber jedem klar, dass bei diesen chemischen Vorgängen Zwischen- und Endprodukte entstehen, die der Körper wieder ausscheiden muss. Durch ungünstige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten (vor allem durch zu viel konzentrierte Kohlenhydrate wie Zucker und Weißmehl, tierisches Eiweiß, hochverarbeitete Fette sowie Alkohol und Stress) aber auch Krankheiten laufen diese Prozesse nicht mehr optimal ab und es fallen vermehrt Stoffwechsel-Zwischenprodukte an, die nicht mehr ausreichend abgebaut und ausgeschieden werden. Allgemein bekannt ist z.B. die Tatsache, dass ein hoher Konsum an tierischem Eiweiß zu einer hohen Harnstoffbelastung im Körper führt.

Diese für den Organismus schädlichen Stoffwechsel-Zwischenprodukte muss der Körper – wenn er sie nicht mehr ausscheiden kann – ablagern. Allgemein werden diese Produkte als „Schlacken“ bezeichnet. Dies ist natürlich kein medizinisch korrekter Begriff – soll aber sinnbildlich die Vorgänge im Körper verdeutlichen. Ein weiteres Beispiel ist die Arteriosklerose, bei der die Gefäßwandzellen vermehrt Collagen und Mucopolysaccharide produzieren und sich so selbst „einmauern“. Durch die in den Zellzwischenräumen bzw. im Bindegewebe abgelagerten Schlacken wird der Nährstoffaustausch zwischen Blut und Zelle erschwert, was wiederum dazu führt, dass die Stoffwechselvorgänge nicht optimal ablaufen können. Ein Teufelskreislauf entsteht, der die einschlägigen Zivilisationskrankheiten wie Rheuma, Diabetes, Gefäßverkalkung etc. entstehen lässt.

Durch das Fasten wird die Nährstoffzufuhr unterbrochen und der Organismus in die Lage versetzt, die Schlacken abzubauen und auszuscheiden. Durch diesen Eiweiß- und Schlackenabbau können die Zellen letztendlich wieder besser mit Nährstoffen versorgt werden. Sämtliche biochemische Stoffwechselvorgänge können so wieder normal ablaufen.  Gleichzeitig lässt der Körper während des Fastens, da er in einer Art Notprogramm mit seinen Energiereserven haushalten muss, schwache, geschädigte oder bereits entartete Zellen absterben (Apoptose). Das Zellwachstum wird zudem insgesamt angeregt. Durch das Fasten werden also auch möglicherweise bereits bestehende Krankheitsherde und entzündliche Vorgänge im Körper bekämpft.

Neben der rein physischen Ebene hat das Fasten natürlich auch eine große Bedeutung für die geistig-seelische Komponente. Die Fastenzeit ermöglicht Ruhe und Besinnung auf die wesentlichen Bedürfnisse des Lebens.