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Die Kontaktlinse feiert Geburtstag

Die Kontaktlinse feiert dieses Jahr ihren 125. Geburtstag. Trotz des relativ hohen Alters ist die Kontaktlinse jedoch kein ernst zu nehmender Konkurrent für das Brillengestell – bloß ein Fünftel der Menschen mit Fehlsichtigkeit entscheidet sich für das Stückchen Plastik im Auge statt einer Brille. Während die Kontaktlinse heute ihren schüchternen 125. Geburtstag feiert, wurde schon vor rund 2000 Jahren mit geschliffenem Glas als Augenlichtersatz experimentiert. Bis zum heutigen Brillengestell war es zwar ein weiter Weg – aber die Tradition scheint die Menschen heute trotzdem nicht loszulassen. Von den etwa 40 Millionen Menschen in Deutschland, die eine Sehschwäche haben, greifen bloß etwa 3,4 Millionen Menschen auf Kontaktlinsen zurück. Damit ist die Anzahl der Kontaktlinsenträger in Deutschland mit etwa 5,3 % laut der letzten Allensbach-Studie von 2012 wesentlich geringer als die Anzahl der Brillenträger (von Allensbach mit etwa 63 Prozent errechnet).

Die Kontaktlinse feiert Geburtstag

Die Kontaktlinse feiert Geburtstag
Copyright: Uschi Dreicuker / pixelio.de

Kontaktlinsen und ihre Risiken

Warum werden Kontaktlinsen so wenig getragen? Ein Artikel aus der WELT vom 29. Mai versucht, der Frage auf den Grund zu gehen. Tatsächlich geben Experten in dem Artikel an, dass auch heute noch Kontaktlinsen wesentlich mehr Risiken beinhalten als Brillen. Vor allem Weichlinsen seien anfällig für Keime und können dem Auge schaden. Dabei sind Tageslinsen noch die ungefährlichste Alternative. Wie die Alcon Academy for Eyecare aus den USA hat unlängst in einer Studie herausfand, werden diese wesentlich besser vertragen. Die rund 611 Befragten, die mit Kontaktlinsen Probleme hatten, bewerteten die Tageslinse als wesentlich komfortabler als andere Weichlinsen. Tatsächlich glauben Experten aber nicht daran, dass die Kontaktlinse der Brille langfristig den Rang ablaufen wird. Laut dem WELT-Artikel gibt es zu viele Situationen, in denen Kontaktlinsen nicht getragen werden können, wie etwa bei Augenkrankheiten, Entzündungen oder trockenen Augen. Dieter Friedburg, ein Mitarbeiter des Bundesverbands der Augenärzte in Deutschland, ist der Meinung, dass bei Brillen bis heute die größte Errungenschaft die Gleitsichtbrille sei, welche sich in den letzten Jahren bedeutend verbessert hat und Altersweitsichtigen eine wesentlich komfortablere Sicht ermöglicht.

Die Zukunft des Augenlichts

Tatsächlich wird die Zahl der Brillenträger in den kommenden Jahren vermehrt steigen. Besonders die Arbeit am Bildschirm fordert in späteren Jahren ihren Tribut und trägt zur Altersweitsichtigkeit bei. Diese erwischt einen Großteil der Bevölkerung und ist anders als die Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht korrigierbar. Dennoch wird fleißig an neuen Methoden, das Augenlicht langfristig zu erhalten, geforscht. Zwei Studien, eine aus Dänemark und eine aus Taiwan, haben herausgefunden, dass Kinder, die mehr im Freien spielen, weniger häufig zu Kurzsichtigkeit neigen. Auch mit Medikamenten und Vitaminpräparaten gegen Weit- und Kurzsichtigkeit wird experimentiert, allerdings bis heute mit mäßigem Erfolg. Und auch Laser-Operationen eignen sich nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen – der Brille wird ihr Platz eins unter den Sehhilfen also so schnell nichts streitig machen.