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Pflegekosten für ältere Menschen sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor für die Betroffenen und ihre Familien

Wie ein Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung den Ende November erschienenen Pflegereport resümierte, übernehmen Angehörige rund die Hälfte der nicht unbeträchtlichen Kosten für die Pflege. Im Schnitt 31.000 Euro beträgt der eigene Anteil die Pflege eines Angehörigen im Alter, die Pflegeversicherung steuert nochmals 33.000 Euro bei.

Pflegekosten für ältere Menschen sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor für die Betroffenen und ihre Familien

Pflegekosten für ältere Menschen sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor für die Betroffenen und ihre Familien

Dies sind auch nur die Pflegekosten. Unterbringung und Ernährung sind hier nicht mit eingerechnet. Es lässt sich ein Gefälle feststellen zwischen den einzelnen Bundesländern. Baden-Württemberg liegt hier an der Spitze der Tabelle. Ein Patient der Pflegestufe I kostet hier durchschnittlich pro Monat 2538,- Euro, in der Pflegestufe II ist dies 2965,- Euro und in der höchsten Pflegestufe III sind es 3485,- Euro. Am unteren Ende der Skala findet man Thüringen mit jeweils 1781,- Euro, 2153,- Euro und 2602,- Euro.

Zu beachten ist ebenfalls, dass die längere Lebenszeit von Frauen hier bedeutet, dass die Pflege von Frauen mit 80.000 etwas doppelt so viel kostet wie für Männer.

Wie definiert sich pflegebedürftig und wer ist zur Zahlung verpflichtet?

Bevor man es jetzt aber mit der Angst zu tun bekommt, sich für die eigene Pflege oder die Pflege von Angehörigen hoch zu verschulden: Pflegestufen sind schon sehr hoch angesetzt und weder sind alle Angehörige zur Zahlung verpflichtet, noch darf der Sozialstaat Haus und Einkommen pfänden.

Schon in der niedersten Stufe der Pflegeversicherung geht man davon aus, das ein Patient, nicht in der Lage ist, den Alltag von alleine zu meistern und das dauerhaft – ausgegangen wird hier von mindestens sechs Monaten und einem täglichen Pflege-Aufwand von 90 Minuten (ein Besuch pro Tag). In der nächsten Stufe geht man davon aus, der Betroffene muss dreimal am Tag besucht werden bei einem Aufwand von mindestens drei Stunden pro Tag. In der höchsten Pflegestufe ist dann eine Betreuung rund um die Uhr erforderlich.

Zur Zahlung verpflichtet ist man nur in gerader Verwandtschaftslinie: von Großeltern auf Eltern auf Kinder oder in die umgekehrte Richtung – was sicherlich deutlich häufiger vorkommt. Geschwister oder andere Verwandtschaftsgrade in seitlicher Richtung sind also nicht zur Übernahme von Kosten verpflichtet. Auch im ersteren Fall gibt es Ausnahmen bei zerrütteten oder gestörten Familienbeziehungen oder wenn der betroffenen Patient nachweislich das eigene Vermögen verschwendet hat. Auch sind die Bemessungsgrenzen recht hoch: ein eigenes, von einem selbst bewohntes Haus wird nicht mit berechnet, ebenso wenig ein Auto und diverse andere Dinge, die allesamt unter das so genannte Schonvermögen fallen. Ebenso gibt es hohe Anteile des Selbstbehalts von Einkommen, für den Verwandten und ggfs. einen Ehegatten oder Kinder in der Ausbildung.

Private Vorsorge muss sein

Aber ebenfalls klar aus den genannten Zahlen ist, dass jeder gut daran tut auch neben der gesetzlichen Pflegeversicherung für eine private Vorsorge zu sorgen. Ob man sich nun für die vom Staat nun seit Januar 2013 bezuschusste private Pflegeversicherung bei einem anerkannten Versicherungsträger entscheidet oder ein anderes Modell wählt: die gesetzliche Pflegeversicherung bleibt ein Zuschussmodell. Man wird selber im Alter beträchtliche Beiträge zur Pflege leisten müssen.