Home / Lifestyle & Reise / Studienplatz ja, aber Wohnung nein

Studienplatz ja, aber Wohnung nein

Die Wohnungsknappheit unter Studenten ist in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zu einer entspannten Lage geworden. Ganz im Gegenteil. Denn mit jedem neuen Semester voller Studierender, die in die deutschen Städte rücken, hat man das Gefühl, dass mehr junge Leute ohne große Hoffnung auf Erfolg auf der Suche nach günstigen Unterkünften sind. Das betrifft auch die Studentenstadt Göttingen, die ja im Vergleich zu anderen deutschen Städten noch zu einer der relativ kleinen und übersichtlichen Städte zählt. Das bedeutet aber nicht, dass die Mieten sich gerade im Zentrum und in Uninähe nicht auch in den letzten Jahren deutlich gesteigert haben. Wer in Göttingen zentral wohnen möchte, muss doppelt so viel zahlen wie Mieter, die sich in einer Randlage niederlassen wollen, und zwar rund elf Euro pro Quadratmeter.

Studienplatz ja, aber Wohnung nein

Studienplatz ja, aber Wohnung nein

Horrende Mietpreise verhindern günstige Wohnlagen für Studenten

Es handelt sich hierbei natürlich nicht um ganz so krasse Mietpreise wie in Städten wie Frankfurt, München oder Berlin, doch als Student mit nur einer geringen finanziellen Unterstützung ist es oftmals trotzdem unbezahlbar, in einer günstigen Gegend in der Nähe der Uni zu wohnen. Hinzu kommt, dass es schon eine regelrechte Kunst darstellt, rechtzeitig vor Beginn des Semesters eine Unterkunft gefunden zu haben. Glücklich sind dann diejenigen, die bei einem Kumpel auf dem Gästebett oder dem Schlafsofa unterkommen können, doch auf Dauer ist das natürlich auch nicht die ideale Lösung. Schließlich will man als Student gerne die eigenen vier Wände um sich haben, spätestens dann, wenn es an die erste aufwendige Prüfungszeit geht.

Ausweichmöglichkeiten an ungewöhnliche Orte

In manchen Städten müssen Studenten inzwischen schon damit leben, in ehemaligen Schiffscontainern unterzukommen, wie zum Beispiel in Berlin. Andere wohnen mittlerweile so weit außerhalb, dass sie im Grunde auch aus dem eigenen Elternhaus in die nächstbeste Stadt pendeln könnten. Doch was tut man nicht alles für den perfekten Wunschstudienplatz? Befragungen unter angehenden Studenten ergeben jedoch immer häufiger, dass eine steigende Anzahl auf den perfekten Studienplatz verzichten würde, wenn sie diesen in einer Stadt bekommen, in der es in den vergangenen Jahren so gut wie unmöglich gewesen ist, eine Wohnung oder ein Zimmer zu bekommen. Städte wie Leipzig werden immer gefragter, wo absolut keine Wohnungsknappheit besteht. Studenten, die in Städten wie Mainz, Frankfurt oder München einen Platz bekommen, müssen jedenfalls schon so früh wie möglich Anzeigen wälzen und sich möglichst so schnell es geht in die Stadt direkt begeben, um vor Ort nach Wohnungen zu suchen.

Ein lukratives Geschäft mit den Studenten

Von so mancher Seite wird sogar nun gefordert, die Universitäten sollten die Zahl der zugelassenen Studenten enorm einschränken, weil die Überzahl an Studierenden die Verdrängung anderer Bewohnergruppen aus Wohnvierteln zur Folge habe. Doch wie wäre eine solche Regelung wohl mit der Ansicht zu verbinden, dass jeder ein Anrecht auf einen Studienplatz haben sollte? Vermieter haben währenddessen begriffen, um was für eine lukrative Zielgruppe es sich bei den Studenten handelt. Die meisten werden von ihren Eltern oder dem Staat unterstützt und sind demnach was die Zahlung der Miete angeht flüssiger als manch anderer. Das hat zur Folge, dass die Vermieter mit regelrechten Studentenzuschlägen auf die eigentliche Wohnungsmiete reagieren. Beliebt ist es auch, einzelne Zimmer in einer Wohnung zu vermieten, so dass daraus eine WG entsteht, der Vermieter selbst es aber in der Hand hat, wer in welches Zimmer zieht, und so auch mehr Geld rausschlagen kann.

Aufgeschmissen noch vor Studienbeginn

Da sich eben viele unter den Studenten die horrenden Mietpreise in manchen Städten nicht leisten können, müssen viele übergangsweise in Hostels ziehen, Couchsurfen oder auf dem Klappbett bei Bekannten und Verwandten unterkommen. Letzteres ist wahrscheinlich noch die angenehmste und günstigste Variante, doch wer in einer fremden Stadt niemanden kennt, keine unbegrenzten finanziellen Mittel hat und einfach keine Wohnung findet, ist schnell aufgeschmissen. Viele Studenten schlafen aus diesem Grund im Auto auf öffentlichen Parkplätzen und duschen in Schwimmbädern. Die Reaktion auf diese Entwicklung müsste die Schaffung zahlreicher neuer Studentenwohnheime sein sowie eine deutliche Senkung der Mietpreise in den deutschen Städten.