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Vasektomie – Gesundheitliche Risiken der Operation

Unter einer Vasektomie verstehen Mediziner die Durchtrennung des männlichen Samenleiters, um eine gewollte Unfruchtbarkeit zu erzielen. So kann der Mann eine Vaterschaft verhindern. Obgleich
es sich bei der Vasektomie um eine Operation handelt, ist diese lediglich minimalinvasiv und nur mit einem geringen Risikopotential verbunden.

Bildquelle: esoia(shutterstock.com)

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Operationstechnik

Für gewöhnlich wird eine Vasektomie ambulant von einem Urologen durchgeführt, der dazu eine
örtliche Betäubung anwendet oder den Patienten in einen leichten Dämmerzustand versetzt. Auf Wunsch kann der Eingriff auch unter Vollnarkose stattfinden. Beim Eingriff werden die Samenleiter oberhalb des Nebenhodens durchtrennt und mit einer Naht verschlossen. Damit wird der Spermientransport unterbrochen, das Ejakulat enthält keine Spermien mehr. Im Nebenhoden werden neu gebildete Spermien natürlich abgebaut. Ein Samenstau im Hodensack ist daher nicht zu befürchten. Medizinische Untersuchungen zeigen, dass hierdurch eine Verhütung zu nahezu 100 Prozent gegeben ist – somit gilt die Vasektomie zu den sichersten Verhütungsmethoden.

Mögliche Risiken einer Vasektomie

Grundsätzlich ist eine Vasektomie ein Eingriff, der nur ein geringes Komplikationsrisiko aufweist. Entscheidet sich der Patient für eine Vollnarkose bestehen bestimmte Risiken. Es können Nachwirkungen wie Übelkeit, Benommenheit oder eingeschränkte Fahrtüchtigkeit auftreten, zudem kann es während der Betäubung zu Komplikationen kommen. Ärzte empfehlen daher lediglich eine lokale Betäubung.

Bildquelle: <a href=http://www.healthexpress.de/impotenz-nach-vasektomie.html>Healthexpress</a>

Bildquelle: Healthexpress

Nach dem Eingriff können beim Patienten gegebenenfalls Blutergüsse oder Schwellungen des Hodensacks auftreten. Weitere Risiken sind Verwachsungen oder Wundinfektionen, die mit einer Hochlagerung und Kühlung behandelt werden können. Eine lokale Infektion ist erkennbar an einer Rötung der betroffenen Stelle, die zudem schmerzhaft auf Berührungen anspricht. Hierfür kann ein Urologe
oder ein anderer Facharzt ein Antibiotikum verschreiben.

Sehr selten treten nach der Sterilisation Nachblutungen auf, wenn während der Operation ein Blutgefäß ungewollt durchtrennt wurde. Dadurch kann sich ein Hämatom bilden, das zu
Druckschmerzen in diesem Bereich führt. Ist diesem Fall ist Patienten geraten sich umgehend an den entsprechenden Facharzt zu wenden, damit dieser entsprechende Maßnahmen einleiten kann. Ebenso selten kann es zu einem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom kommen, bei dem sich chronische Schmerzen im operierten Bereich zeigen.

Impotenz als Folge einer Vasektomie?

Obgleich bei einer Vasektomie nur die Samenleiter des Mannes durchtrennt werden, damit der Samenfluss unterbunden wird, kommen bei Patienten immer wieder Befürchtungen auf, sie könnten folgend unter erektiler Dysfunktion (Impotenz) leiden. Für gewöhnlich erfolgt der Eingriff ohne jedwede
Auswirkung auf die Potenz oder das Wohlbefinden des Mannes. Dennoch bestätigen Ärzte, dass ein geringer Teil der Patienten tatsächlich nach einer Operation unter Erektionsstörungen leidet, wobei dieser mit sieben Prozent relativ gering ist.

Da die Ursache einer Potenzstörung oftmals eine Mangeldurchblutung des Penis ist, bringt eine Sonographie Untersuchung eine Aufklärung. Die Ultraschall-Untersuchung zeigt auf, wie gut die Durchblutung des Penis ist. So können organisch bedingte Ursachen abgeklärt werden, denn eine Vasektomie kann durchaus bei einigen Männern auch eine psychische Reaktion auslösen, die in einer Impotenz gipfelt. Bei diesen Patienten hat die Sterilisation Versagensängste oder auch Panik ausgelöst. Diese Symptome sollten von einem Facharzt behandelt werden.

Ist eine Vasektomie für jeden Mann geeignet?

Eine Vasektomie eignet sich als Form der Verhütung für beinahe alle Männer, die psychisch und physiologisch gesund sind. Lediglich bei 0.4-0.8% der Patienten kann es wieder zur Zeugungsfähigkeit kommen. Die Risiken dieser Form der Sterilisation sind überaus gering und es handelt sich um eine ambulante Operation. Zudem lässt sich der Eingriff auch nach Jahren durch eine erneute, wenngleich kompliziertere Operation wieder rückgängig machen, wobei es aber keinerlei Garantie auf die erneute Zeugungsfähigkeit des Mannes gibt. Trotzdem ist sie in vielen Fällen sehr wohl
möglich. Gleichzeitig gilt die Methode als relativ langfristige und dauerhafte Methode und wird daher Paaren empfohlen, die eine Familienplanung bereits abgeschlossen haben.

Die meisten Patienten erleben trotz des Eingriffs keinerlei Auswirkungen auf ihre Potenz oder auf ihr Wohlbefinden. Dennoch besteht, wie bei jeder Operation, ein geringes Risiko von späteren Komplikationen. Dieser Umstand sollte vor einem medizinischen Eingriff mit dem Arzt abgeklärt werden.