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Warum tragen Ärzte im OP grüne Bekleidung?

Als Student der Humanmedizin verbringt man unweigerlich mehr Zeit im Krankenhaus als der durchschnittliche Bürger. Dort schlüpft man brav in seine Arbeitskleidung. Für den Dienst im OP bekommt man dabei meist grüne Kleidung zugeteilt. Doch warum ist das eigentlich so?

Warum tragen Ärzte im OP grüne Bekleidung?

Warum tragen Ärzte im OP grüne Bekleidung?

Tatsächlich: Grün wurde bewusst gewählt

Wir alle wissen: Für gewöhnlich tragen Ärzte weiße Arbeitskleidung, wie man sie etwa im Krähe Online Shop im Bereich für medizinisches Personal beziehen kann. Begegnet man der gleichen Person zuerst auf dem Krankenhausflur und später im Operationssaal, so hat dieser jedoch seinen weißen Kittel plötzlich gegen grüne Kleidung eingetauscht. Auch Tücher und Laken sind dort grün. Die Frage danach, warum dies so ist, ist eine berechtigte. Die grüne Dienstbekleidung erfüllt im OP-Saal nämlich gleich mehrere Zwecke! Wichtig ist dabei insbesondere die Feststellung, dass die Farbe Grün keinesfalls willkürlich gewählt wurde!

6 Gründe: Darum tragen Mediziner im OP Grün

  1. Die Leistung der im Operationssaal verwendeten Leuchten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Bei der heutigen Leuchtstärke würde weiße Dienstbekleidung in etwa genauso stark blenden wie eine schneebedeckte Landschaft. Als Resultat würden die Augen schneller ermüden, was in dieser Situation natürlich nicht förderlich ist. Grün absorbiert das Licht hingegen weitgehend und blendet somit nicht unangenehm.
  2. Grüne Textilien unterdrücken den Nachbild-Effekt. Wer einige Zeit einen bestimmten Farbton betrachtet und danach eine weiße Fläche ansieht, erkennt dort einen Fleck in der Komplementärfarbe. Da Grün bekanntlich die Komplementärfarbe von Rot ist, tritt dieser unerwünschte Effekt bei grünen Laken und grüner OP-Bekleidung nicht auf.
  3. Grün wird ebenso wie Blau eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Auf einen ängstlichen Patienten, der gerade in den OP-Saal geschoben wird, wirkt dieser also weniger bedrohlich.
  4. Ihre Vorteile spielt grüne Arbeitskleidung auch bei Operationen aus, die nur unter lokaler Betäubung stattfinden. Der Patient nimmt dann nämlich Blutflecken auf einem grünen Kittel als weniger bedrohlich wahr als auf einem weißen Gewand.
  5. Unterschiedliche Bekleidungsfarben dienen im Krankenhaus zudem der Unterscheidung diverser Bereiche. Dies ist nicht nur für den Patienten relevant, sondern hilft auch dabei, die Einhaltung von Hygieneregeln zu überprüfen. Einen Arzt, der den Operationssaal ohne vorheriges Umziehen verlässt, könnte man somit sofort identifizieren. In einem solchen Fall bestünde die Gefahr, dass Keime aus dem OP in andere Krankenhausabteilungen gelangen. Gleiches gilt auch für das umgekehrte Szenario.
  6. Zuletzt lassen sich dank der unterschiedlichen Farbgebung die Wäscheströme leichter steuern. Schließlich muss Dienstbekleidung aus dem OP anders gereinigt werden als etwa die Hose einer Krankenschwester.