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Warum Lärm schädlich ist

Die Ohren gehören zu den empfindlichsten Körperteilen des Menschen. Gerade Lärm kann dazu führen, dass die empfindlichen Haarzellen dauerhaft geschädigt werden. Wer bei sich eine Hörminderung vermutet, sollte einen Hörgeräteakustiker in Göttingen finden und sein Gehör überprüfen lassen. Die Beeinträchtigung des Alltags muss dank moderner Hörgerätetechnik nicht in Kauf genommen werden, dennoch ist es ratsam, sich nicht durch zu hohe Lärmbelastung eine Schwerhörigkeit zu erwerben. Wer sich regelmäßig zu lauten Geräuschen aussetzt, setzt seinem Körper auch erheblichen Stress aus. Gerade bei dauerhafter und nächtlicher Lärmbelastung steigt das Risiko an Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Burn-Out zu erkranken.

Warum Lärm schädlich ist

Warum Lärm schädlich ist
Bild: Flickr, BY © Vanagonparts

Wie entsteht Schwerhörigkeit?

Um zu verstehen, warum Lärm dem Gehör schadet, ist es wichtig zu wissen, wie Menschen Geräusche wahrnehmen. Alle Töne sind Schallwellen, also Luftdruckschwankungen. Ihre Quelle kann eine Stimme, ein Instrument oder Ähnliches sein. Die Schallwellen pflanzen sich durch die Luft fort und gelangen an das menschliche Ohr, das speziell für das Auffangen dieser Wellen trichterförmig aufgebaut ist. Durch den Gehörgang gelangen die Geräusche an das Trommelfell, ein dünnes Häutchen, dass durch die Schallwellen in Schwingungen versetzt wird. Diese werden von Hammer, Amboss und Steigbügel zum Innenohr übertragen. Hier befinden sich sehr empfindliche Zellen, die Haarzellen oder Haarsinneszellen genannt werden und zu den Mechanorezeptoren gezählt werden. Sie werden durch den Schall leicht gebogen und wandeln diesen mechanischen Impuls in bioelektrische Impulse um. Diese gelangen zum Hörnerv und von dort in das Gehirn, wo sie vom Gehirn interpretiert und als Geräusche wahrgenommen werden. Gerade bei sehr lauten oder sehr hohen Frequenzen sind die Haarzellen jedoch nicht flexibel genug. Sie brechen ab oder verbiegen sich zu stark. Das Problem: Sind die Haarzellen einmal geschädigt, wachsen keine neuen nach. Auch Medikamente gegen die Schädigung gibt es zumindest derzeit nicht. Der Schaden ist also irreversibel. Die Folge davon ist, dass hohe und leise Geräusche schlechter wahrgenommen werden. Je häufiger und je lauter die Geräusche sind, die ein Mensch ausgesetzt sind, umso schwerer werden die Schäden.

Wie schlimm ist Lärm wirklich?

Dadurch, dass wir grundsätzlich in einer sehr lauten Umgebung wohnen, unterschätzen viele Menschen Lärm erheblich. Wenn man bedenkt, dass das Ohr Jahrtausende lang niemals auf Geräuschpegel von Flugzeugen, Diskotheken oder Motoren traf, sondern es im Gegenteil erheblich Vorteile mit sich brachte, besonders leise Geräusche gut wahrzunehmen, wird klarer, welcher Belastung unsere Ohren derzeit ausgesetzt sind. Probleme sind dabei sowohl dauerhaft mäßig laute Geräusche als auch kurzzeitig sehr laute Klänge. So sind MP3-Player oder ständiger Straßenverkehr genauso schädlich wie laute Silvesterraketen oder das Starten eines Flugzeuges. Gerade beim Musikhören ist deswegen die Wahl richtiger Kopfhörer wichtig, da sie schädliche Frequenzen herausfiltern. Außerdem gilt die 60-60-Regel: Nicht länger als 60 Minuten am Tag hören und nicht mehr als 60 % der maximalen Lautstärke ausreizen. Bei Konzerten oder Diskobesuchen sollten Gehörschutzstöpsel getragen werden. Sie ermöglichen es inzwischen, Gespräche dennoch gut wahrzunehmen und filtern schädliche Frequenzen heraus. Wie wichtig dies ist, zeigt ein einfacher Vergleich: Vier Stunden ohne Lärmschutz in der Disko kann das Gehör genauso stark schädigen wie eine 40-Stunden-Woche ungeschützte Lärmarbeit. Als Grundsatz gilt, dass alle Geräusche über 80 Dezibel (Straßenverkehr, Motoren, voll aufgedrehter MP3-Player) als kritisch gelten, wenn man sich ihnen längere Zeit ungeschützt aussetzt. Geräusche über 120 Dezibel (Konzerte, Presslufthammer, Flugzeugstart) können gar Hörstürze und Tinnitus nach sich ziehen. Wer plötzlich schlechter hört, sollte in jedem Fall möglichst schnell einen HNO-Arzt aufsuchen, da eine schnelle Behandlung der Ursache bleibende Schäden verringern kann. Ein gutes Anzeichen dafür, dass das Gehör bereits chronisch geschädigt ist, ist übrigens der sogenannte „Cocktailparty-Effekt“. Es fällt Betroffenen dann zunehmend schwerer, die Stimme des Gesprächspartners bei Hintergrundgeräuschen wahrzunehmen. Spätestens an diesem Punkt sollte ein verantwortungsvollerer Umgang mit den Ohren die Folge sein.